Forum Porcina    


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Jos Mittelalter sieht anders aus


Schweißtreibende Angelegenheit: Allein der schwere Helm dürfte so manchen neuzeitlichen Ritter in die Knie gehen lassen.
Schweißtreibende Angelegenheit: Allein der schwere Helm dürfte so manchen neuzeitlichen Ritter in die Knie gehen lassen.


Metelen.

Der siebenjährige Jo ist schwer enttäuscht: „Wo sind denn die Ritter und Pferde
?“ Für den Mittelaltermarkt im Abenteuerzoo ist der Kleine extra mit seinen Eltern aus den Niederlanden angereist. Und nun schaut er sich den Schlamassel an: keine Verbrecher am öffentlichen Pranger und keine Schlachten im Namen des Königs. Apropos König: „Der ist hier auch nirgends zu sehen!“

Jo muss sein Bild über das Mittelalter neu zeichnen. So hat er sich das Leben damals zumindest nicht vorgestellt. „Ich dachte, da wurde immer gekämpft“, grübelt der Siebenjährige.




Musik gehört dazu: Dudelsackspieler ziehen mit ihren Instrumenten durch den Zoo.Fotos: Dinkhoff
Musik gehört dazu: Forum Porcina zieht mit ihren Instrumenten durch den Zoo.Fotos: Dinkhoff


Ganz unrecht hat der Junge sicher nicht, doch bei diesem Mittelaltermarkt geht es um das einfache Volk – jenseits von Rittern und Edelleuten.

Swenja Berning, Mitarbeiterin des Abenteuerzoos und Organisatorin des Marktes, erzählt, was für Menschen sich damals auf solchen Märkten eingefunden haben: „Da gab es zum Beispiel Lederer, Schmuckverkäufer, Stoffhändler und Spielleute.“

Während sie erzählt, sind letztere bereits deutlich zu vernehmen. Von der Terrasse am See, dort wo neuzeitliche Getränke und Speisen verkauft werden, sind Trommeln und Dudelsackmelodien zu hören. Für den Nachmittag sind noch weitere Höhepunkte geplant: „Es wird eine Feuershow und Schwertkampf geben“, so die Organisatorin. Jos Tag dürfte damit gerettet sein.

Neben flotter Folklore von Forum Porcina kommen die Gäste an diesem Mittelalter-Wochenende auch sonst voll auf ihre Kosten: Messerwerfen, Bogenschießen und jede Menge Verkaufsstände lassen das Herz des Mittelalter-Fans höher schlagen.

Auch Swenja Berning ist zufrieden: „Das Wetter spielt mit und wir freuen uns über viele Besucher.“


 

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Martinsmarkt zeigt zwei Gesichter


Zahlreiche Besucher nutzten den Sonntag für einen Stadtbummel über den Mittelaltermarkt.
Zahlreiche Besucher nutzten den Sonntag für einen Stadtbummel über den Mittelaltermarkt.
(Uckelmann)


Rheine. Die Stadt Rheine krönte am Wochenende in Kooperation mit der Thiegemeinschaft und dem HSK-Eventmanagement das Ab in die Mitte Projekt „Thie-time“ mit dem Martinsmarkt. Der älteste Stadtteil von Rheine verwandelte sich für zwei Tage zurück ins tiefste Mittelalter, wo Bettler, Gaukler und Schwertkämpfer das düstere Straßenbild zeichneten. Während die Besucherzahlen am Samstag zunächst hinter den Erwartungen zurück blieben, strömten am verkaufsoffenen Familiensonntag ganze Menschenscharen über den Thie.

Dunkle Gestalten im Fackelschein, schnell schreitende Ritter mit Kettenhemden, mittelalterliche Klänge aus den Seitengassen: Sympathisanten des finsteren Zeitalters kamen vor allem nach Einbruch der Dunkelheit auf ihre Kosten. Das vielfältige Programm bot dem sowohl „Pöbel“ als auch der „gehobene Gesellschaft“ Unterhaltung: So traten „Vocal Appearance“ mit ihrem Konzertprogramm „An hellen Tagen, in dunklen Stunden“ am Samstagabend im Falkenhof auf, während die Band „Forum Porcina“ (übersetzt: Die Marktschweine) nach Einbruch der Dämmerung in den Gassen auf ihren selbst gemachten Instrumenten mittelalterliche Stücke sowie schottische und orientalische Stücke performten. Abgerundet wurde der Samstagabend durch eine spektakuläre Feuershow mit Feuerspuckern und Feuerschwertern.