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28.07.08_Fotosession_bei_...

Spielleute im Mittelalter

1.Was waren Spielleute (Sg. Spielmann) im Mittelalter?

Es waren recht- und ehrenlose Possenreißer und Musikanten, die gegen Lohn ihre

Künste zu Festzeiten an den Höfen zeigten. Spielleute gab es international.

In der deutschen Literatur war der Spielmann Überbringer volkstümlicher

Erzählungen.

2.Wodurch entstanden die Spielleute?

Seit dem 11. Jahrhundert wuchs in ganz Europa die Beweglichkeit der Menschen.

Reiselust, Erschließung neuer Siedlungsgebiete und der Wunsch nach neuem

Wissen waren die Gründe. Nach und nach trieb sich also immer mehr Gesindel bei

Heerzügen, Pilgerfahrten und in Städten an großen Handelswegen herum. Zu

diesem Gesindel gehörten außer Krüppel, Strolchen und fahrenden Händlern auch

die Spielleute, die sich als Musiker aber auch als Dichter, Schauspieler,

Tanzmeister, Akrobaten, Feuerspucker und Zauberer ihr tägliches Brot zu verdienen

versuchten.

3.Der Stand der Spielleute.

Die Spielleute gehörten eher zu den unteren Schichten. Sie waren nicht seßhaft,

reisten also umher um Arbeit zu finden, und unterstanden somit auch keiner

Obrigkeit. Nun könnte man sagen sie hatten es gut, da sie frei waren, doch diese

Obriglosigkeit bedeutete damals auch Recht- und Schutzlosigkeit.

Auch wurden sie von der Kirche abgelehnt, da sie als Werkzeuge des Teufels galten.

Somit entsprach die Behandlung der Spielleute der Kirche nach im weltlichen Recht

als Ehr- und Rechtlose.

Dennoch war ihre Beliebtheit groß. Spielleute bildeten sich daher aus allen

Gesellschaftsschichten. Nicht nur für entlaufene Mönche oder Nonnen, Handwerker

und Kaufleute sondern sogar auch für einen verarmten Adeligen war der

Spielmannsberuf ein ausübbarer Broterwerb.

4.Wo spielten die Spielleute?

Die Spielleute zeigten sich in Burgen, Klöstern und Kirchen, ebenso in Städten und

Dörfern. Sie spielten in mitten eines Kreises von Zuhörern.

Sie unterhielten ebenso bei großen Festbanketten. Hier wurde die Harfe geschlagen

und es gab Zwischenspiele mit Trommeln und Businen. Wurde zum Beispiel ein

neuer Gang aufgetragen, wurde dies mit lautstarker Musik der Spielleute

gekennzeichnet. Die eigentliche Musik während des Essens wurde von leiseren

Instrumenten dargeboten wie zum Beispiel Flöten und Saiteninstrumenten.

5.Instrumente der Spielleute und ihr Gesang.

Die beliebtesten Instrumente waren Fiedeln (entspricht Geige), Flöten, Pfeifen,

Schalmeien (entspricht heute Oboe), Dudelsack, Drehleier, Laute (moderne Laute:

Gitarre), Trompeten, Businen (eine gerade Trompete) und verschiedenes

Schlagwerk (Trommeln ...). Ihr Vorrat an Wissen reichte von der einstimmigen, durch

Bordune (unveränderter fortklingender Basston) heterogene (ungleichartige)

Instrumentalbesetzung und kontrapunktierende Rhythmik (die Kunst, die Stimmen

eines mehrstimmigen Musikstücks selbständig zu führen) farbig ausgestalteten

Spielweise über zotig-freche oder anmutige Lieder höfischer oder bürgerlicher

Herkunft und über bäuerliche Tanzmusik bis hin zu frühen mehrstimmigen

geistlichen Werken.

Die Vielfalt des mitteralterlichen Instrumentariums ist unvorstellbar, denn jeder

Spielmann baute sich seine Instrumente selbst, und nahm Änderungen und

Verbesserungen vor.

6.Art der Darstellung und was ein Spielmann können mußte.

Der Spielmann unterstrich seine Geschichte immer mit lebhafter Mimik und Gestik,

die die Bedeutung des Textes zum Ausdruck brachten. Auf Einwürfe vom Publikum,

reagierte er schlagfertig und er warb schmeichlerisch um dessen Gunst. Er

beherrschte eine ganze Palette von Tricks, mit denen er den hingerissenen Zuhörern

Geld aus den Taschen locken konnte. Der Trubadur Guirant de CalanVon zählt noch

andere Dinge in seinem Lied auf, die ein Spielmann beherrschen sollte:

er sollte gut reimen und improvisieren können. Auch sollte er viele Instrumente

„wohl" spielen können. Tricks, wie Äpfel zu werfen und mit einem Messer

aufzufangen oder Vogelgesang nachahmen und Kunststücke vorzuführen, sollten

den Zuhörer begeistern. Musikinstrumente sollte er auch reparieren können. Guirant

de CalanVon sagt, wenn man dies beherrscht, „wird man allen Bedürfnissen zu

genügen wissen".

7.Weitere Entwicklung der Spielmannsmusik.

Aus der Musik der Spielleute des Mittelalters entwickelte sich später die Feld- und

Armeemusik. Auch heute gibt es noch Spielmannsvereine, die versuchen, diese

Musik nachzuahmen. Allerdings nicht unter den Bedingungen des Mittelalters.

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Quellenangabe:

- Internet: http://www.oenet.de/vmbolpe/geheim.htm

- Neuer Brockhaus

- Carmina burana-Die Lieder der Benediktbeurer Handschrift und die

Vertonungen Carl Orffs; Reihe 3, Material S.17/18 (Blatt von Schule)