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Spielleute im Mittelalter1.Was waren Spielleute (Sg. Spielmann) im Mittelalter?Es waren recht- und ehrenlose Possenreißer und Musikanten, die gegen Lohn ihre Künste zu Festzeiten an den Höfen zeigten. Spielleute gab es international. In der deutschen Literatur war der Spielmann Überbringer volkstümlicher Erzählungen. 2.Wodurch entstanden die Spielleute?Seit dem 11. Jahrhundert wuchs in ganz Europa die Beweglichkeit der Menschen. Reiselust, Erschließung neuer Siedlungsgebiete und der Wunsch nach neuem Wissen waren die Gründe. Nach und nach trieb sich also immer mehr Gesindel bei Heerzügen, Pilgerfahrten und in Städten an großen Handelswegen herum. Zu diesem Gesindel gehörten außer Krüppel, Strolchen und fahrenden Händlern auch die Spielleute, die sich als Musiker aber auch als Dichter, Schauspieler, Tanzmeister, Akrobaten, Feuerspucker und Zauberer ihr tägliches Brot zu verdienen versuchten. 3.Der Stand der Spielleute.Die Spielleute gehörten eher zu den unteren Schichten. Sie waren nicht seßhaft, reisten also umher um Arbeit zu finden, und unterstanden somit auch keiner Obrigkeit. Nun könnte man sagen sie hatten es gut, da sie frei waren, doch diese Obriglosigkeit bedeutete damals auch Recht- und Schutzlosigkeit. Auch wurden sie von der Kirche abgelehnt, da sie als Werkzeuge des Teufels galten. Somit entsprach die Behandlung der Spielleute der Kirche nach im weltlichen Recht als Ehr- und Rechtlose. Dennoch war ihre Beliebtheit groß. Spielleute bildeten sich daher aus allen Gesellschaftsschichten. Nicht nur für entlaufene Mönche oder Nonnen, Handwerker und Kaufleute sondern sogar auch für einen verarmten Adeligen war der Spielmannsberuf ein ausübbarer Broterwerb. 4.Wo spielten die Spielleute?Die Spielleute zeigten sich in Burgen, Klöstern und Kirchen, ebenso in Städten und Dörfern. Sie spielten in mitten eines Kreises von Zuhörern. Sie unterhielten ebenso bei großen Festbanketten. Hier wurde die Harfe geschlagen und es gab Zwischenspiele mit Trommeln und Businen. Wurde zum Beispiel ein neuer Gang aufgetragen, wurde dies mit lautstarker Musik der Spielleute gekennzeichnet. Die eigentliche Musik während des Essens wurde von leiseren Instrumenten dargeboten wie zum Beispiel Flöten und Saiteninstrumenten. 5.Instrumente der Spielleute und ihr Gesang.Die beliebtesten Instrumente waren Fiedeln (entspricht Geige), Flöten, Pfeifen, Schalmeien (entspricht heute Oboe), Dudelsack, Drehleier, Laute (moderne Laute: Gitarre), Trompeten, Businen (eine gerade Trompete) und verschiedenes Schlagwerk (Trommeln ...). Ihr Vorrat an Wissen reichte von der einstimmigen, durch Bordune (unveränderter fortklingender Basston) heterogene (ungleichartige) Instrumentalbesetzung und kontrapunktierende Rhythmik (die Kunst, die Stimmen eines mehrstimmigen Musikstücks selbständig zu führen) farbig ausgestalteten Spielweise über zotig-freche oder anmutige Lieder höfischer oder bürgerlicher Herkunft und über bäuerliche Tanzmusik bis hin zu frühen mehrstimmigen geistlichen Werken. Die Vielfalt des mitteralterlichen Instrumentariums ist unvorstellbar, denn jeder Spielmann baute sich seine Instrumente selbst, und nahm Änderungen und Verbesserungen vor. 6.Art der Darstellung und was ein Spielmann können mußte.Der Spielmann unterstrich seine Geschichte immer mit lebhafter Mimik und Gestik, die die Bedeutung des Textes zum Ausdruck brachten. Auf Einwürfe vom Publikum, reagierte er schlagfertig und er warb schmeichlerisch um dessen Gunst. Er beherrschte eine ganze Palette von Tricks, mit denen er den hingerissenen Zuhörern Geld aus den Taschen locken konnte. Der Trubadur Guirant de CalanVon zählt noch andere Dinge in seinem Lied auf, die ein Spielmann beherrschen sollte: er sollte gut reimen und improvisieren können. Auch sollte er viele Instrumente „wohl" spielen können. Tricks, wie Äpfel zu werfen und mit einem Messer aufzufangen oder Vogelgesang nachahmen und Kunststücke vorzuführen, sollten den Zuhörer begeistern. Musikinstrumente sollte er auch reparieren können. Guirant de CalanVon sagt, wenn man dies beherrscht, „wird man allen Bedürfnissen zu genügen wissen". 7.Weitere Entwicklung der Spielmannsmusik.Aus der Musik der Spielleute des Mittelalters entwickelte sich später die Feld- und Armeemusik. Auch heute gibt es noch Spielmannsvereine, die versuchen, diese Musik nachzuahmen. Allerdings nicht unter den Bedingungen des Mittelalters. ___________________________________________________________________
Quellenangabe: - Internet: http://www.oenet.de/vmbolpe/geheim.htm - Neuer Brockhaus - Carmina burana-Die Lieder der Benediktbeurer Handschrift und die Vertonungen Carl Orffs; Reihe 3, Material S.17/18 (Blatt von Schule) |
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