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Kämpfer kreuzen Schwerter
Kalender 14.06.2010

Mit rasanten Schwertkämpfen beeindrucken die Mitglieder der Gruppe Pugnare Nescimus die Besucher. Hier liefern sich Roderick (links) und Tiberias ein spannendes Duell. Foto: Malte Samtenschnieder

Von Malte Samtenschnieder

Bad Oeynhausen-Eidinghausen (WB). Nicht mit dem Schwert, sondern mit dem Regenschirm bewaffnet, haben sich am Samstag viele Besucher auf den Weg zum mittelalterlichen Markt am Schloss Ovelgönne gemacht. Wer sich dagegen am Sonntag zu einem Bummel entschloss, konnte den Regenschutz getrost zu Hause lassen.

Von heftigen Wolkenbrüchen zur Eröffnung ließen sich die Gastgeber des Freundeskreises Wasserschloss Ovelgönne nicht beirren. Nach einer launigen Ansprache des Marktvogts Thomas Diekriede, heiterte Henning, der Barde, die Mienen der Besucher mit einer nicht ganz ernstgemeinten mittelalterlichen Weise auf. »Schockschwere Not, mein Eheweib ist tot«, schallte es den überraschten Zuhörern kraftvoll entgegen.

Nicht nur Henning, der Barde, verstand es, die Besucher vortrefflich musikalisch zu unterhalten. Mit mitreißenden mittelalterlichen Melodien zogen auch die Akteure der Gruppe Forum Porcina das Publikum in den Bann. Animiert von druckvollem Dudelsackspiel und peitschenden Trommelklängen klatschten viele Zuhörer nach wenigen Takten eifrig mit.

Zu den weiteren Programmhöhepunkten zählten die Auftritte der Gruppe Pugnare Nescimus. Bei diversen Schaukämpfen - humorvoll verpackt in einen Streit zwischen zwei Landesherren - ließen die Akteure ihre Waffen effektreich aufeinander prallen. Dank authentischer mittelalterlicher Kostüme gelang es den Kämpfern, die Zuschauer auf eine Reise in längst vergangene Zeiten mitzunehmen. Zum Ende des Wettstreits hatten sich die Kämpfer etwas Besonderes überlegt: Es blieb der Herzdame Faradine vorbehalten den Unhold Tiberias mit dem Schwert niederzustrecken.

Auch an diversen Marktständen erwartete die Besucher ein in jeder Hinsicht familientaugliches Programm. »Wir setzen auf unser bewährtes Konzept«, sagte Petra Weßling von der Corona Historica, die den mittelalterlichen Markt am Schloss Ovelgönne seit mehr als zehn Jahren regelmäßig auf die Beine stellt. Egal, ob Schmied, Buchbinder, Seiler oder Gewandschneiderin. »Die meisten Standbetreiber sind Freunde unseres Vereins«, sagt Petra Weßling. Gleiches gelte für die Gruppen im Heerlager. Dank originalgetreuer Kostüme aller Akteure war das Mittelalter auch dort für die Besucher zum Greifen nah.

»Das Mittelalter fasziniert mich. Wenn ich die Gewänder der Zeit anziehe, lasse ich den Alltag komplett hinter mir«, sagte Katharina von Lo. »Egal, wie lange man schon dabei ist, man entdeckt immer wieder etwas Neues«, ergänzte ihr Begleiter Michael von Poitzen. Feste wie der mittelalterliche Markt am Schloss Ovelgönne seien etwas Besonderes: »Hier haben wir Gelegenheit, uns mit Gleichgesinnten auszutauschen.«

Auch für die anderen Besucher blieb es nicht bei der Theorie. Kinder konnten beim Bogenschießen oder Wurfspielen das Leben im Mittelalter erfahren. Fürs leibliche Wohl war zudem mit Apfelringen, Honigfleisch oder gegrillten Maiskolben vortrefflich gesorgt.