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26.09.2011
LÜBBECKE-GEHLENBECK
Zeitreise in das Mittelalter
Großes Spectaculum umrahmt Eröffnung des historischen Speichers in Gehlenbeck

VON SINA EWERT


Bauchtanz anno dazumal | FOTO: SINA EWERT

Lübbecke-Gehlenbeck. "Es sei nun an der Zeit, dass wir den Markt eröffnen", begrüßte Marktvogt Bernulf vom Reyneberg, bekannt als Sven Bleiber, die zahlreichen Gäste, die sich am Wochenende auf eine Reise in das Mittelalter begaben. Zur Einweihung des restaurierten historischen Speichers veranstaltete der Gehlenbecker Heimatverein zum ersten Mal ein mittelalterliches Spectaculum.

Tapfere Ritter, holde Damen, lautstarke Marktschreier und geschickte Gaukler verwandelten die Wiese hinter dem historischen Speicher in ein mittelalterlich anmutendes Marktgeschehen. Neben allerlei Kuzweil spielten Musiker auf, Pickert und Metwein wurden gereicht, und am Samstag Abend lud ein Feuerspectaculum zum Staunen ein.



Das ganze Wochenende über bot das Gelände den Besuchern viele Gelegenheiten, um seltenes Handwerk, Zeltlager, Ritterspiele, Tradition und Geschichte einmal genauer zu betrachten. Die Mitwirkenden lebten den Alltag, wie er vor vielen Jahrhunderten das Leben der Menschen prägte. Die altertümliche Kleidung und die zeitgemäßen Zelte unterstrichen die gelungene Atmosphäre.


An etwa zwanzig Ständen und Zelten ließen sich die Besucher von einer Gestalt zur nächsten treiben: Von der Taverne zum guten Fass, in der Melmsy der Zwerg, mindestens zehn verschiedene Metwein-Sorten mit Namen wie "Drachenblut" oder "Feentraum" reichte, bis hin zur Gewandschneiderin Cadwaldar, die all ihre altertümlichen Roben selbst näht.

"Der Melmsy passt gut zu seinem Stand", meinte eine Marktbesucherin. "Eigentlich bin ich für das Feuerspectaculum hier, aber das ist alles so schön gemacht, hier gibt es noch viel mehr zu sehen."


Schwertkunst | FOTO: SINA EWERT

Nicht nur der urige Met-Verkäufer unterhielt die Gäste. Die Tanztruppe "Tribalicious", die zusammen mit der Musikgruppe

"Forum Porcina" auftrat, vermittelte mit ihrer Musik das Gefühl mittelalterlicher Liederkultur und erntete für ihre Darbietung viel Applaus.

"Das läuft hier alles wunderbar, schon gegen 17 Uhr am Samstag war der Grillschinken aus. Neues Bier und Brot musste geholt werden", freute sich der Vorsitzende des Gehlenbecker Heimatvereins, Friedrich-Wilhelm Bartmann. "Die Umgebung harmoniert. Die Wiese die direkt an den historischen Speicher angrenzt, ist optimal, um die Einweihung des sanierten Speichers zu feiern. Das historische Event und das historische Gebäude passen gut zusammen", meinte Bartmann.

Der historische Speicher ist neben der Kirche das älteste Gebäude Gehlenbecks. Er wurde Schätzungen zufolge im Jahre 1618 aus historischem Porta-Sandstein errichtete. Mit viel Mühe und Spenden konnte das Bauwerk restauriert werden. Die abgeschlossenen Arbeiten wurden am Sonntag mit Musik von der Band des Wittekind-Gymnasium bei strahlendem Sonnenschein gefeiert. Besonders am Herzen liegt Bartmann die Ausstellung "Schätze aus dem Wiehengebirge", die nun im historischen Speicher angeschaut werden kann.